GHV auf den Spuren der Pestflucht - Besuch UNIseum Freiburg

GHV auf den Spuren der Pestflucht

 

Exkursion zu Freiburger Bildungsstätten

 

Eine große Gruppe von Mitgliedern des Geschichts- und Heimatvereins Villingen erhielt im UNIseum eine interessante Führung durch das Museum der Universität Freiburg, wo zahlreiche Exponate zu der 1457 gegründeten Universität zu sehen sind und in den Führungen zu erläutern waren. Einen besonderen Schwerpunkt der beeindruckenden Dauerausstellung in den historischen Räumen der Alten Universität bildeten die Schaustücke zu den „Pestfluchten“, die seit der Mitte des 15. bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts von der Universität mindestens sechzehnmal unternommen wurden, als jeweils mit allen Professoren und Studenten der komplette Uni-Betrieb in das Villinger Franziskanerkloster verlegt worden war. Da aus der Sicht der oft heimgesuchten Menschen in der oberrheinischen Tiefebene Villingen weit genug entfernt und in vermeintlich gesunder Luft gelegen war, war das Villinger Kloster häufig das gesuchte Ausweichquartier. Dass der Universitätsgründer und erste Rektor, Matthäus Hummel, aus Villingen stammte, war für diese Ortswahl sicher ebenso entscheidend wie die Tatsache, dass weitere Rektoren und Dekane hier ihre Heimat und familiäre Verbindungen hatten. In den schön gestalteten Vitrinen der Ausstellung nimmt auch die Villinger Zehntscheuer einen wichtigen Platz ein, die der ökonomischen Grundversorgung der Freiburger Universität diente, wie von den bestens vorbereiteten Führern zu erfahren war.

 

Die 30köpfige Gruppe erfuhr nachmittags mit einer Führung durch die neue Universitäts-Bibliothek einen Brückenschlag in die akademische Gegenwart. Noch mit den Eindrücken aus der Frühen Neuzeit behaftet, erlebten die Teilnehmenden mit den Führungen durch die UB ein Sprung in die digitale Wirklichkeit. In dem gläsernen Wissenstempel, einem nicht unumstrittenen architektonischen Meisterwerk, fanden sich mit Studierenden voll besetzte Lesesäle, die in absoluter Ruhe mit ihren Laptops beschäftigt waren, während im streng abgetrennten „Parlatorium“ der wortreiche Austausch zwischen den Studierenden stattfinden darf, der über mehrere Semester schmerzhaft vermisst worden ist. Die Teilnehmenden erlebten eine Bildungseinrichtung auf neuestem technischem Stand, während vielen von ihnen die Karteikasten-Welt aus ihren eigenen Schul- und Studienzeiten in Erinnerung kam.

 

Auf der Rückreise mit dem Bus, die „auf den Spuren der Pestflüchtenden“ über den Spirzen – Turner – Urachtal – Hammereisenbach – Herzogenweiler nach Villingen ging, konnten die Teilnehmenden nachempfinden, welche Mühe die Freiburger hatten, als sie mit den Fluchtkisten auf den Ochsenfuhrwerken von ihrem Campus auf die Schwarzwaldhöhen zogen. (Tr.)

In der Nacht auf den Dreifaltigkeitsberg

„Es ist wirklich ein besonderes Erlebnis“, meinte eine Teilnehmerin, die in diesem Jahr zum ersten Mal an der Fußwallfahrt auf den Dreifaltigkeitsberg teilnahm. Und tatsächlich, es muss schon einen besonderen Reiz haben, mitten in der Nacht um 1.30 Uhr vom Villinger Bahnhof aus gut 30 Kilometer auf den Dreifaltigkeitsberg zu wandern.

 

Vielleicht liegt es daran, dass man in der Nacht vertraute Dinge oft ganz anders wahrnimmt, etwa das Schwenninger Moos, dass man gegen 3.00 Uhr passiert, oder den Sonnenaufgang über Weigheim. Und schließlich ist da die Herausforderung am Schluss, wenn nach 28 Kilometern Nachtwanderung noch 300 Höhenmeter auf den Albtrauf zu erklimmen sind.

 

Oben angekommen erwartet die Wanderer schweißgebadet nicht nur der Stolz, es geschafft zu haben, auch ein grandioses Panorama auf die Baar belohnt die Pilger. Denn es ist eben auch ein Pilgerweg, den die vorderösterreichischen Villinger auf den ebenfalls vorderösterreichischen Dreifaltigkeitsberg erstmals vor über 250 Jahren gingen. Allgemein wird auf eine glücklich überstandene Viehseuche hingewiesen, die Anlass für diese erste Wallfahrt war, doch hatte der Berg mit seiner imposanten Erscheinung als Ziel für viele Pilger schon seit dem 15. Jahrhundert Bedeutung.

 

So werden es auch viele persönliche Dinge gewesen sein, welche die Menschen mit auf den Weg und eben auf den Berg brachten. Heute ist das nicht anders. Pilgerwanderungen, man denke nur an den Jakobsweg, erfahren ja seit einigen Jahren großen Zuspruch. Deshalb wurde die Wanderung auch mehrfach mit alten biblischen Wallfahrtspsalmen für kurze Momente unterbrochen, als Anregung und Möglichkeit seinen persönlichen Weg zu reflektieren.

 

Doch darüber hinaus gab es auch zwei längere Raststationen in Weigheim und Spaichingen, wo die Wandergruppe außerordentlich freundlich aufgenommen wurde. Nachdem in den letzten beiden Jahren diese Stationen coronabedingt nicht zugänglich waren, freuten die die Wanderer umso mehr.

Pilgerwanderung auf den Dreifaltigkeitsberg

Pressemitteilung

 

Die traditionelle Pilgerwanderung auf den Dreifaltigkeitsberg kann in diesem Jahr wieder stattfinden. Darüber freuen sich gleichermaßen der katholische Pfarrer der Münstergemeinde, Josef Fischer, und der Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins Villingen, Rupert Kubon. Nachdem die organisierte Fußwallfahrt im letzten Jahr ausfallen musste, da die planmäßigen Zwischenstationen in Weigheim und Spaichingen coronabedingt nicht zugänglich waren, kann die traditionelle Tour dieses Jahr wieder angeboten werden.

Die Wanderung am Montag nach dem Dreifaltigkeitssonntag, den 13. Juni, beginnt um 1.30 Uhr am Fuß der Schneckenbrücke am Villinger Bahnhof mit dem Pilgersegen. Die Strecke ist gut 30 km lang und führt durchs Schwenninger Moos über Weigheim und Schura. Nach der Ankunft der Pilger findet um 10.30 Uhr in der Wallfahrtskirche ein Gottesdienst statt. Wer an der Fußwanderung teilnehmen möchte und mit dem Bus zurückfahren will, muss sich beim kath. Münsterpfarramt in Villingen, Tel. 07721/886360, anmelden. Alle Anderen können auch spontan teilnehmen. Eine Anmeldung wird jedoch erbeten unter vorstand@ghv-villingen.de. Obwohl die Wanderung keine besonderen Schwierigkeiten aufweist, sollten Teilnehmer*innen passendes gutes Schuhwerk und einen Regenschutz mitnehmen. In den kath. Gemeindehäusern in Weigheim und Spaichingen wird jeweils kurz gerastet.

Die jährliche Wallfahrt auf den Dreifaltigkeitsberg geht auf ein Gelübde zurück, in dem sich Villinger Bürger 1765 nach einer glücklich überstandenen Viehseuche dazu verpflichteten. Solche Ausdrucksformen der Frömmigkeit scheinen heute überholt. Andererseits haben Pilgerfahrten als Möglichkeit zur persönlichen Reflexion auch heute eine hohe Anziehungskraft und zwar unabhängig von der jeweiligen Bindung an Kirchen oder Gottesglauben.

Auch die Fußwallfahrt auf den Dreifaltigkeitsberg setzt hier an. "Aus der Nacht heraus in den Morgen zu wandern, ist für viele auch ein bewusstes Erlebnis", so Rupert Kubon, der die Wanderung auch in diesem Jahr begleitet, "Wir möchten deshalb nicht nur Wandern, sondern den Teilnehmer*innen diese besondere Erfahrung ermöglichen".

 

Eindrucksvolle Exkursion des GHV Villingen auf die Höri  

 

2021, im 130. Geburtsjahr von Otto Dix schon geplant, konnte der Geschichts- und Heimatverein Villingen in diesem Jahr endlich seine Tagesexkursion nach Gaienhofen durchzuführen. Der Ausflug war Auftakt zu einer vom 13. Bis 16. September mehrtägigen Reise nach Jena und Gera, wo man das neu gestaltete Otto-Dix-Museum in dessen Geburtshaus besuchen will.

 

Die Höri war ein Lebens- und Zufluchtsort für viele Künstler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Einige von Ihnen haben auch Spuren in Villingen-Schwenningen hinterlassen, allen voran Otto Dix. Der Künstler war im Nationalsozialismus mit Ausstellungsverbot belegt worden und hatte sich an den Bodensee zurückgezogen. Nach dem 2. Weltkrieg erhielt er vom Schwenninger Arzt Franz Georg Ludwig Gremliza (genannt Lovis) wie viele seiner Kollegen auch wieder erste Aufträge für Druckgrafiken, Arbeiten die sich heute in der Städtischen Galerie befinden.

 

Der Besuch im Otto-Dix-Haus in Gaienhofen-Hemmenhofen, welches die Familie Dix seit 1936 bewohnte stand deshalb am Anfang dieser Exkursion. In einer spannenden Führung konnten die Teilnehmer*innen neue Eindrücke vom Leben dieses ungewöhnlichen Künstlers bekommen. Bis heute sind die Werke des Wegbereiters der Neuen Sachlichkeit für Viele ebenso faszinierend wie anstoßend. Man denke etwa an das Bild Streichholzhändler, welches in drastischen Farben einen beinamputierten blinden Bettler zeigt. Dix verarbeitete in solchen Bildern seine Erfahrungen als Soldat im ersten Weltkrieg. Ganz im Gegensatz dazu steht der Einfluss der idyllischen Umgebung am Untersee in anderen Werken.

 

Dem Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse, galt der zweite Schwerpunkt der Fahrt, obwohl Hesse nur fünf Jahr in Gaienhofen zubrachte (1907 – 1912) hat er nachhaltige Spuren hinterlassen. Im Hermann-Hesse-Museum in der ersten Unterkunft der Familie erfuhr man sehr viel über die jungen Jahre dieses außergewöhnlichen Schriftsellers. Schließlich ging es weiter zum 1909 erbauten Haus der Familie Hesse in dem der bereits erfolgreiche Dichter im selbst angelegten Garten seine Ideen einer Rückkehr zur Natur umzusetzen suchte. Hesse war ein Anhänger der Lebensreform-Bewegung, die sich seit dem 19. Jahrhundert gegen die negativen Auswirkungen der Industrialisierung und Urbanisierung zur Wehr setzte.

Die Exkursionsteilnehmer*innen ließen die vielen neuen Eindrücke bei Kaffee, Kuchen oder Eis am Seeufer ausklingen. „Obwohl ich schon oft hier war, habe ich unwahrscheinlich viel Neues heute erfahren“, meinte einer von Ihnen auf der Rückfahrt nach Villingen.

 

Vortrag: St. Peter, ein Haus für die Zähringer

Im Rahmen des Veranstaltungs-programms des GHV hat

Herr Prof. Dr. Rudolf Denk am 7. April im Münsterzentrum, Ewald-Huth-Saal über das geplante Zähringerzentrum in St. Peter einen hoch interessanten Vortrag gehalten.

Vor dem Hintergrund einer langen Tradition, die die Zähringer auch mit der Geschichte der Stadt Villingen verbindet, berichtete er über neueste archäologische und historische Erkenntnisse, die in dem entstehenden Zentrum in St. Peter dokumentiert werden. Der GHV plant eine Exkursion zu dieser Kultur- und Forschungsstätte im kommenden Jahr. 

Gedenken an die Ermordung von Marian Lewicki

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Der GHV Villingen bei Jenoptik

Sehen, Fühlen, Schauen – unter diesem Motto stand die erste Führung des Geschichts- und Heimatvereins Villingen im neuen Werk der Firma Jenoptik. Zwanzig Mitglieder des Vereins konnten die Gelegenheit nutzen, einen Einblick in die Arbeit dieses weltweit operierenden Konzerns an seinem neuen Standort in Villingen-Schwenningen zu bekommen. Ursprünglich in Mühlhausen beheimatet, hat das Unternehmen, die früheren Hommel-Werke, im letzten Jahr seinen nach modernsten Vorgaben neu errichteten Standort im Gewerbegebiet Salzgrube bezogen.

 

Die Teilnehmer*innen der Führung bekamen zunächst vom Geschäftsführer Otto Boucky einen Einblick in die spannende Welt der Photonik, der Lehre vom Licht-Leiten, einer physikalischen Disziplin, die in vielen Lebensbereichen zunehmend an Bedeutung gewinnt. Jeder*r der einen Internetanschluss hat, möchte inzwischen per Glasfaser mit dem World Wide Web verbunden sein, und beispielsweise auch in der minimalinvasiven Medizin sind die Möglichkeiten der optischen Nachrichtenweiterleitung nicht mehr wegzudenken.

 

Am Villingen-Schwenninger Standort geht es traditionell um Sensorik, also die die Untersuchung und Überprüfung von Oberflächen. Dies geschieht zum einen optisch, zum anderen aber auch noch ganz in der Tradition der Firma Hommel taktil, also mittels eines Berührungsfühlers. Beide Verfahren haben nach wie vor Ihre Bedeutung und finden ihre spezifischen Anwendungsfelder in der Industrie. In einem Rundgang durch die Labore und Produktionsbereiche unter Leitung von Richard Hummel konnten sich die GHV-Mitglieder ein eindrucksvolles Bild dieser Produktpallette des Unternehmens machen. Dabei erfuhren sie viel Neues und Überraschendes, beispielsweise, dass Jenoptik einige Uhrmacher der staatlichen Feintechnikschule in Schwenningen beschäftigt, die hier aufgrund ihrer besonderen feinmechanischen Fähigkeiten gebraucht werden.

 

Beschenkt mit vielen neuen Eindrücken endete der Besuch für die GHV-Mitglieder bei einem der eher unbekannten Edelsteine der Villingen-Schwenninger Industrielandschaft nach zweieinhalb Stunden. Die Führung bei Jenoptik war schließlich auch der anregende Auftakt zu einer vom 13. bis zum 16. September geplanten Exkursion nach Jena und Gera, dem Ort der verbunden mit den Namen Carl Zeiss, Ernst Abbe und Otto Schott zur Wiege der modernen Optik wurde. Anmeldungen zu dieser Reise sind beim Geschichts- und Heimatverein noch möglich.

 

 

 

Exkursion nach Regensburg

Die Gruppe des GHV auf den Stufen des Regensburger Doms. Fotos: Werner Echle
Die Gruppe des GHV auf den Stufen des Regensburger Doms. Fotos: Werner Echle

 

Helga Echle hatte 2020 bei ihrer Verabschiedung als Schriftführerin des GHV den Mitgliedern versprochen, die 2020 geplante Exkursion nach Regensburg, die wegen Corona abgesagt werden musste, auf jeden Fall noch durchzuführen.

Anfang September war es endlich soweit, dass die Corona-Vorschriften die Erfüllung dieses Versprechens unter zum Teil immer noch erschwerten Bedingungen ermöglichten.

Bei einer Stadtführung lernten die 40 Teilnehmer am ersten Tag die zum UNESCO-Welterbe gehörende, weitgehend erhaltene Regensburger Altstadt mit ihren historischen Ensembles und Baudenkmälern wie z.B. dem Dom St. Peter und der weltberühmten steinernen Brücke kennen.

Der Regensburger Dom -neben dem Kölner Dom eine der bedeutendsten Kathedralen in Deutschland- mit der imposanten „hängenden Orgel“ wurde mit fachkundigen Führerinnen besichtigt.

Am 2. Tag wurde das ehemalige Benediktinerkloster St. Emmeram besucht. Als eines der bedeutendsten Klöster, wurde es  auch das „Nationalheiligtum“ des früheren Bayern genannt. Bei einer Führung im heutigen fürstlichen Schloss und Kloster Thurn und Taxis erfuhr die Gruppe viel über die für Bayern und Deutschland wichtige Geschichte und über die Familie Thurn und Taxis.

Sehr beeindruckend war die Besichtigung der Basilika die von den Brüdern Asam im 18. JH in einen festlich umgestalteten Thronsaal Gottes umgewandelt wurde.

Am 3. Tag bot das Programm eine spannende und lehrreiche Schifffahrt von Kelheim durch die Weltenburger Enge (Donaudurchbruch) zur Benediktinerabtei Kloster Weltenburg. In der Klosterkirche St. Georg, einer der wichtigsten Sakralbauten des Barock in Europa, war wieder die künstlerische Handschrift der Brüder Asam zu erkennen.

Die Heimfahrt führte den GHV zunächst nach Rohr in die Benediktinerabtei mit einer 1717 – 1723 erbauten prachtvollen Klosterkirche, die ebenfalls den Gebrüdern Asam zu verdanken ist. Beeindruckend ist vor allem der Hochaltar mit der scheinbar freischwebenden, nur von Engeln getragenen Himmelfahrt Marias.

Mit viel neuem geschichtlichen Wissen und frischen Eindrücken über Regensburg machten sich die Teilnehmer auf die Heimfahrt. Die Exkursionsleiterin bedankte sich bei den teilweise sehr treuen Mitreisenden über deren Teilnahme und das Verständnis für Corona bedingte Erschwernisse.

Die jetzige Schriftführerin Gaby Eckert sprach den Teilnehmern aus dem Herzen, als sie sich, auch im Namen der Vorstandschaft, bei Helga Echle über diese -ihre 5. Exkursion- bedankte.

Sie anerkannte vor allem die sehr gute Planung und Durchführung mit viel zusätzlichem Aufwand wegen Corona und bedauerte, dass es die letzte von ihr organisierte Exkursion sein soll.

 

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Gemeinsamer Wettbewerb der Geschichtsvereine Villingen und Schwenningen

Wettbewerb: Geschichtsvereine vereint ein Ziel

Villingen-Schwenningen.

Zwei Vereine – ein Ziel: der Schwenninger Heimatverein (SHV) und der Geschichts- und Heimatverein Villingen (GHV) wünschen sich frische Beiträge zur Stadtgeschichtsforschung und 50 Jahre nach der Städtefusion eine neue Sichtweise auf die gemeinsame Stadt. Deshalb schreiben sie einen Wett-bewerb für Schüler aus.

 

Welche Möglichkeiten haben junge Menschen seit 1972 ihre Freizeit zu gestalten? Wie veränderte sich seither die Parteienstruktur im Gemeinderat? Welche städtebaulichen Projekte wurden realisiert? Worin unterscheiden sich in 50 Jahren Arbeitsbiografien von Einheimischen und Zuwanderern mit und ohne Migrationshintergrund? "Diese und mehr Fragen dienen als Anregung für Ideen", sagen Annemarie Conradt-Mach und Rupert Kubon, beide Vorsitzende ihrer Geschichtsvereine.

 

Umgesetzt werden könne letztlich aber jede Idee. Bis 31. März, so der Wunsch, sollen 14- bis 21-Jährige Beiträge in Form von Referaten, Podcasts, Videos, Collagen oder Interviews mit Zeitzeugen einreichen. Weder den Themen als auch der Darstellungsweise seien Grenzen gesetzt, versichert Annemarie Conradt-Mach.

20 weiterführende Schulen zur Teilnahme aufgefordert

 

mehr lesen unter: Schwarzwälder Bote

 

Fotos und Artikel von Birgit Heinig

 

Uhrenzeitreise in Schwenningen

Unter der Leitung von Michael Kopp wandelten am 9.10.2020 20 Mitglieder des GHV auf den Spuren der Schwenninger Uhrenindustrie-geschichte . Michael Kopp überzeugte wie immer durch seine interessanten Ausführungen, die mit vielen Anekdoten gespickt waren.

Einen geselligen und sehr feinen Abschluss fand die Runde beim Schwenninger Traditionsessen "Knöpfle i de Brueh" im Gasthaus Fässle. 

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Bauhausexkursion nach Dessau

Jahreshauptversammlung 2020

Bauhauserbe in Villingen-Schwenningen

Genau zum richtigen Zeitpunkt konnte der Geschichts- und Heimatverein seinen Mitgliedern ein ganz besonderes Angebot machen. Unmittelbar vor seiner Wiedereröffnung mit Beginn des neuen Schuljahres und nach dem weitestgehenden Abschluss der um-fassenden Generalsanierung bestand die Möglichkeit, dieses wichtige seit 2006 unter Denkmalschutz stehende Gebäude in einer Führung neu kennenzulernen.

 

Die zwischen 1962 und 1965 errichtete Schule war eine der ersten durch vorgefertigte Betonelemente errichteten Schulbauten in Deutschland. In zweierlei Hinsicht konnte damit eine Bildungsanstalt errichtet werden, „die das Demokratieverständnis im Sinne einer… offenen Gesellschaft“ repräsentiert, so der verantwortliche Freiburger Denkmalpfleger Folkhard Cremer.

 

Die Bauweise bot einerseits die Möglichkeit in kurzer Zeit sehr wirtschaftlich ein großes Schulgebäude zu errichten und damit eine Antwort auf das breite Bedürfnis weiterführender Bildung zu geben, zum anderen wurde das lichtdurchflutete Gebäude mit seinem großzügigen offenen Atrium und seinen zum Austausch einladenden Verkehrsflächen Sinnbild einer Zeit, die sich bewusst gegen hierarchische Strukturen und Herrschaftsmodelle auflehnte. In der Architektur des Gymnasiums am Deutenberg wurde das bereits baulich vorweggenommen, was in der 68iger Bewegung und in den Bildungsreformen der siebziger Jahre inhaltlich umgesetzt wurde.

 

Die Besucher der Schule konnten sich von dieser Umsetzung demokratischen Bauens persönlich ein Bild machen. Die Herausforderung der Sanierung bestand deshalb auch in der Aufgabe, einerseits diesen Charakter zu bewahren, andererseits aber, etwa was das Thema Brandschutz oder thermische Ertüchtigung anbetrifft, Antworten zu finden, die in der Gegenwart Bestand haben.

 

Am Schluss waren die Teilnehmer davon überzeugt, dass genau das gelungen ist. Unter Führung von Herrn Herrmann vom Amt für Gebäudewirtschaft und Hochbau der Stadt Villingen-Schwenningen und dem Bauleiter des Architekturbüros Hotz, Herrn Scherlitz erkundeten die Besucher die neu gestalteten Klassenzimmer, Lehrerzimmer und Büros, die naturwissenschaftlichen Sonderräume und vor allem die runderneuerte Aula mit dem verbundenen Musiksaal. „Ich bin immer wieder begeistert, zu sehen wie Günter Behnisch die Ideen des Dessauer Bauhauses aufgegriffen und hier wunderbar weiterentwickelt hat“, entfuhr es einem sichtlich begeisterten Rupert Kubon.

 

Für viele Teilnehmer*innen war diese Führung gewissermaßen das Amuse-Gueule, der Appetithappen für die Exkursion des Vereins Mitte September nach Dessau, und es wurde vielen deutlich, „dass wir uns in Villingen Schwenningen nicht nur mit einer alten Bausubstanz, sondern auch mit dem, was unsere Väter und Großväter nach dem zweiten Weltkrieg in unserer Stadt an hochwertiger Architektur hinterlassen haben, nicht zu verstecken brauchen,, ,so ein beeindruckter Teilnehmer nach dem spannenden einstündigen Rundgang durch das neue und gar nicht alte Gymnasium am Deutenberg.

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Geschichts- und Heimatverein Villingen beginnt nach der Lockerung der Corona-Verbote mit einer „Stadtführung mit dem Fahrrad“

Nach ca. 5 Monaten Corona bedingter Veranstaltungspause hat der Geschichts- und Heimatverein Villingen sein Jahresprogramm 2020 fortgesetzt.

 

 Der Stadtführer Franz Kleinbölting führte die Gruppe im nördlichen Umfeld um Villingen herum und erklärte mit spannenden und interessanten Ausführungen viel Geschichte, die Landschaft und die Sehenswürdigkeiten der Stadt außerhalb der Stadtmauern. Die Abstandsregel einzuhalten war für die Radfahrer kein Problem

 

Die Tour begann am Riettor, führte nach Westen und endete am Landratsamt im Osten. Stationen mit interessanten Informationen waren: das Hubenloch mit der ersten Heilquelle Villingens, das Hollerithgebäude (Gasthaus Engel), der Westbahnhof, Rote Gasse mit dem Hinweis auf den Weg nach Freiburg. Es folgten die Richtstätte beim Hochgericht, das Heilig-Geist-Spital, die Lorettokapelle, Volkertsweiler, Oberförster-Ganter-Denkmal mit Infos zum Stadtwald, zu Unterkirnach, zur Ruine Kirneck und zur Keltensiedlung am Kapf.

Weiter ging es über die Feldner Mühle zur Hammerkapelle und dem Kurgarten.. Die Teilnehmer radelten dann mit Blick auf die Schwarzwaldbahn durch das Kurgebiet, nach Vockenhausen, Guggenbühl, Nordstetten, ehem Jakobuskapelle, Heilig-Kreuz-Kirche, Rosswette und zurück zum Landratsamt und der ehem. Bickenkapelle.

Zum Abschluss bedankte sich Schatzmeister Werner Blum mit großem Lob der Teilnehmer für diese Radtour mit den vielen kurzweiligen und lehrreichen Informationen bei Franz Kleinbölting.

 

Werner Echle

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Jahresrückblick 2021

GHV auf den Spuren der Pestflucht - Besuch UNIseum Freiburg

GHV auf den Spuren der Pestflucht

 

Exkursion zu Freiburger Bildungsstätten

 

Eine große Gruppe von Mitgliedern des Geschichts- und Heimatvereins Villingen erhielt im UNIseum eine interessante Führung durch das Museum der Universität Freiburg, wo zahlreiche Exponate zu der 1457 gegründeten Universität zu sehen sind und in den Führungen zu erläutern waren. Einen besonderen Schwerpunkt der beeindruckenden Dauerausstellung in den historischen Räumen der Alten Universität bildeten die Schaustücke zu den „Pestfluchten“, die seit der Mitte des 15. bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts von der Universität mindestens sechzehnmal unternommen wurden, als jeweils mit allen Professoren und Studenten der komplette Uni-Betrieb in das Villinger Franziskanerkloster verlegt worden war. Da aus der Sicht der oft heimgesuchten Menschen in der oberrheinischen Tiefebene Villingen weit genug entfernt und in vermeintlich gesunder Luft gelegen war, war das Villinger Kloster häufig das gesuchte Ausweichquartier. Dass der Universitätsgründer und erste Rektor, Matthäus Hummel, aus Villingen stammte, war für diese Ortswahl sicher ebenso entscheidend wie die Tatsache, dass weitere Rektoren und Dekane hier ihre Heimat und familiäre Verbindungen hatten. In den schön gestalteten Vitrinen der Ausstellung nimmt auch die Villinger Zehntscheuer einen wichtigen Platz ein, die der ökonomischen Grundversorgung der Freiburger Universität diente, wie von den bestens vorbereiteten Führern zu erfahren war.

 

Die 30köpfige Gruppe erfuhr nachmittags mit einer Führung durch die neue Universitäts-Bibliothek einen Brückenschlag in die akademische Gegenwart. Noch mit den Eindrücken aus der Frühen Neuzeit behaftet, erlebten die Teilnehmenden mit den Führungen durch die UB ein Sprung in die digitale Wirklichkeit. In dem gläsernen Wissenstempel, einem nicht unumstrittenen architektonischen Meisterwerk, fanden sich mit Studierenden voll besetzte Lesesäle, die in absoluter Ruhe mit ihren Laptops beschäftigt waren, während im streng abgetrennten „Parlatorium“ der wortreiche Austausch zwischen den Studierenden stattfinden darf, der über mehrere Semester schmerzhaft vermisst worden ist. Die Teilnehmenden erlebten eine Bildungseinrichtung auf neuestem technischem Stand, während vielen von ihnen die Karteikasten-Welt aus ihren eigenen Schul- und Studienzeiten in Erinnerung kam.

 

Auf der Rückreise mit dem Bus, die „auf den Spuren der Pestflüchtenden“ über den Spirzen – Turner – Urachtal – Hammereisenbach – Herzogenweiler nach Villingen ging, konnten die Teilnehmenden nachempfinden, welche Mühe die Freiburger hatten, als sie mit den Fluchtkisten auf den Ochsenfuhrwerken von ihrem Campus auf die Schwarzwaldhöhen zogen. (Tr.)

Eindrucksvolle Exkursion des GHV Villingen auf die Höri  

 

2021, im 130. Geburtsjahr von Otto Dix schon geplant, konnte der Geschichts- und Heimatverein Villingen in diesem Jahr endlich seine Tagesexkursion nach Gaienhofen durchzuführen. Der Ausflug war Auftakt zu einer vom 13. Bis 16. September mehrtägigen Reise nach Jena und Gera, wo man das neu gestaltete Otto-Dix-Museum in dessen Geburtshaus besuchen will.

 

Die Höri war ein Lebens- und Zufluchtsort für viele Künstler in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Einige von Ihnen haben auch Spuren in Villingen-Schwenningen hinterlassen, allen voran Otto Dix. Der Künstler war im Nationalsozialismus mit Ausstellungsverbot belegt worden und hatte sich an den Bodensee zurückgezogen. Nach dem 2. Weltkrieg erhielt er vom Schwenninger Arzt Franz Georg Ludwig Gremliza (genannt Lovis) wie viele seiner Kollegen auch wieder erste Aufträge für Druckgrafiken, Arbeiten die sich heute in der Städtischen Galerie befinden.

 

Der Besuch im Otto-Dix-Haus in Gaienhofen-Hemmenhofen, welches die Familie Dix seit 1936 bewohnte stand deshalb am Anfang dieser Exkursion. In einer spannenden Führung konnten die Teilnehmer*innen neue Eindrücke vom Leben dieses ungewöhnlichen Künstlers bekommen. Bis heute sind die Werke des Wegbereiters der Neuen Sachlichkeit für Viele ebenso faszinierend wie anstoßend. Man denke etwa an das Bild Streichholzhändler, welches in drastischen Farben einen beinamputierten blinden Bettler zeigt. Dix verarbeitete in solchen Bildern seine Erfahrungen als Soldat im ersten Weltkrieg. Ganz im Gegensatz dazu steht der Einfluss der idyllischen Umgebung am Untersee in anderen Werken.

 

Dem Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse, galt der zweite Schwerpunkt der Fahrt, obwohl Hesse nur fünf Jahr in Gaienhofen zubrachte (1907 – 1912) hat er nachhaltige Spuren hinterlassen. Im Hermann-Hesse-Museum in der ersten Unterkunft der Familie erfuhr man sehr viel über die jungen Jahre dieses außergewöhnlichen Schriftsellers. Schließlich ging es weiter zum 1909 erbauten Haus der Familie Hesse in dem der bereits erfolgreiche Dichter im selbst angelegten Garten seine Ideen einer Rückkehr zur Natur umzusetzen suchte. Hesse war ein Anhänger der Lebensreform-Bewegung, die sich seit dem 19. Jahrhundert gegen die negativen Auswirkungen der Industrialisierung und Urbanisierung zur Wehr setzte.

Die Exkursionsteilnehmer*innen ließen die vielen neuen Eindrücke bei Kaffee, Kuchen oder Eis am Seeufer ausklingen. „Obwohl ich schon oft hier war, habe ich unwahrscheinlich viel Neues heute erfahren“, meinte einer von Ihnen auf der Rückfahrt nach Villingen.

 

Exkursion nach Regensburg

Die Gruppe des GHV auf den Stufen des Regensburger Doms. Fotos: Werner Echle
Die Gruppe des GHV auf den Stufen des Regensburger Doms. Fotos: Werner Echle

 

Helga Echle hatte 2020 bei ihrer Verabschiedung als Schriftführerin des GHV den Mitgliedern versprochen, die 2020 geplante Exkursion nach Regensburg, die wegen Corona abgesagt werden musste, auf jeden Fall noch durchzuführen.

Anfang September war es endlich soweit, dass die Corona-Vorschriften die Erfüllung dieses Versprechens unter zum Teil immer noch erschwerten Bedingungen ermöglichten.

Bei einer Stadtführung lernten die 40 Teilnehmer am ersten Tag die zum UNESCO-Welterbe gehörende, weitgehend erhaltene Regensburger Altstadt mit ihren historischen Ensembles und Baudenkmälern wie z.B. dem Dom St. Peter und der weltberühmten steinernen Brücke kennen.

Der Regensburger Dom -neben dem Kölner Dom eine der bedeutendsten Kathedralen in Deutschland- mit der imposanten „hängenden Orgel“ wurde mit fachkundigen Führerinnen besichtigt.

Am 2. Tag wurde das ehemalige Benediktinerkloster St. Emmeram besucht. Als eines der bedeutendsten Klöster, wurde es  auch das „Nationalheiligtum“ des früheren Bayern genannt. Bei einer Führung im heutigen fürstlichen Schloss und Kloster Thurn und Taxis erfuhr die Gruppe viel über die für Bayern und Deutschland wichtige Geschichte und über die Familie Thurn und Taxis.

Sehr beeindruckend war die Besichtigung der Basilika die von den Brüdern Asam im 18. JH in einen festlich umgestalteten Thronsaal Gottes umgewandelt wurde.

Am 3. Tag bot das Programm eine spannende und lehrreiche Schifffahrt von Kelheim durch die Weltenburger Enge (Donaudurchbruch) zur Benediktinerabtei Kloster Weltenburg. In der Klosterkirche St. Georg, einer der wichtigsten Sakralbauten des Barock in Europa, war wieder die künstlerische Handschrift der Brüder Asam zu erkennen.

Die Heimfahrt führte den GHV zunächst nach Rohr in die Benediktinerabtei mit einer 1717 – 1723 erbauten prachtvollen Klosterkirche, die ebenfalls den Gebrüdern Asam zu verdanken ist. Beeindruckend ist vor allem der Hochaltar mit der scheinbar freischwebenden, nur von Engeln getragenen Himmelfahrt Marias.

Mit viel neuem geschichtlichen Wissen und frischen Eindrücken über Regensburg machten sich die Teilnehmer auf die Heimfahrt. Die Exkursionsleiterin bedankte sich bei den teilweise sehr treuen Mitreisenden über deren Teilnahme und das Verständnis für Corona bedingte Erschwernisse.

Die jetzige Schriftführerin Gaby Eckert sprach den Teilnehmern aus dem Herzen, als sie sich, auch im Namen der Vorstandschaft, bei Helga Echle über diese -ihre 5. Exkursion- bedankte.

Sie anerkannte vor allem die sehr gute Planung und Durchführung mit viel zusätzlichem Aufwand wegen Corona und bedauerte, dass es die letzte von ihr organisierte Exkursion sein soll.

 

Gemeinsamer Wettbewerb der Geschichtsvereine Villingen und Schwenningen

Wettbewerb: Geschichtsvereine vereint ein Ziel

Villingen-Schwenningen.

Zwei Vereine – ein Ziel: der Schwenninger Heimatverein (SHV) und der Geschichts- und Heimatverein Villingen (GHV) wünschen sich frische Beiträge zur Stadtgeschichtsforschung und 50 Jahre nach der Städtefusion eine neue Sichtweise auf die gemeinsame Stadt. Deshalb schreiben sie einen Wett-bewerb für Schüler aus.

 

Welche Möglichkeiten haben junge Menschen seit 1972 ihre Freizeit zu gestalten? Wie veränderte sich seither die Parteienstruktur im Gemeinderat? Welche städtebaulichen Projekte wurden realisiert? Worin unterscheiden sich in 50 Jahren Arbeitsbiografien von Einheimischen und Zuwanderern mit und ohne Migrationshintergrund? "Diese und mehr Fragen dienen als Anregung für Ideen", sagen Annemarie Conradt-Mach und Rupert Kubon, beide Vorsitzende ihrer Geschichtsvereine.

 

Umgesetzt werden könne letztlich aber jede Idee. Bis 31. März, so der Wunsch, sollen 14- bis 21-Jährige Beiträge in Form von Referaten, Podcasts, Videos, Collagen oder Interviews mit Zeitzeugen einreichen. Weder den Themen als auch der Darstellungsweise seien Grenzen gesetzt, versichert Annemarie Conradt-Mach.

20 weiterführende Schulen zur Teilnahme aufgefordert

 

mehr lesen unter: Schwarzwälder Bote

 

Fotos und Artikel von Birgit Heinig