Exkursion nach Regensburg

Die Gruppe des GHV auf den Stufen des Regensburger Doms. Fotos: Werner Echle
Die Gruppe des GHV auf den Stufen des Regensburger Doms. Fotos: Werner Echle

 

Helga Echle hatte 2020 bei ihrer Verabschiedung als Schriftführerin des GHV den Mitgliedern versprochen, die 2020 geplante Exkursion nach Regensburg, die wegen Corona abgesagt werden musste, auf jeden Fall noch durchzuführen.

Anfang September war es endlich soweit, dass die Corona-Vorschriften die Erfüllung dieses Versprechens unter zum Teil immer noch erschwerten Bedingungen ermöglichten.

Bei einer Stadtführung lernten die 40 Teilnehmer am ersten Tag die zum UNESCO-Welterbe gehörende, weitgehend erhaltene Regensburger Altstadt mit ihren historischen Ensembles und Baudenkmälern wie z.B. dem Dom St. Peter und der weltberühmten steinernen Brücke kennen.

Der Regensburger Dom -neben dem Kölner Dom eine der bedeutendsten Kathedralen in Deutschland- mit der imposanten „hängenden Orgel“ wurde mit fachkundigen Führerinnen besichtigt.

Am 2. Tag wurde das ehemalige Benediktinerkloster St. Emmeram besucht. Als eines der bedeutendsten Klöster, wurde es  auch das „Nationalheiligtum“ des früheren Bayern genannt. Bei einer Führung im heutigen fürstlichen Schloss und Kloster Thurn und Taxis erfuhr die Gruppe viel über die für Bayern und Deutschland wichtige Geschichte und über die Familie Thurn und Taxis.

Sehr beeindruckend war die Besichtigung der Basilika die von den Brüdern Asam im 18. JH in einen festlich umgestalteten Thronsaal Gottes umgewandelt wurde.

Am 3. Tag bot das Programm eine spannende und lehrreiche Schifffahrt von Kelheim durch die Weltenburger Enge (Donaudurchbruch) zur Benediktinerabtei Kloster Weltenburg. In der Klosterkirche St. Georg, einer der wichtigsten Sakralbauten des Barock in Europa, war wieder die künstlerische Handschrift der Brüder Asam zu erkennen.

Die Heimfahrt führte den GHV zunächst nach Rohr in die Benediktinerabtei mit einer 1717 – 1723 erbauten prachtvollen Klosterkirche, die ebenfalls den Gebrüdern Asam zu verdanken ist. Beeindruckend ist vor allem der Hochaltar mit der scheinbar freischwebenden, nur von Engeln getragenen Himmelfahrt Marias.

Mit viel neuem geschichtlichen Wissen und frischen Eindrücken über Regensburg machten sich die Teilnehmer auf die Heimfahrt. Die Exkursionsleiterin bedankte sich bei den teilweise sehr treuen Mitreisenden über deren Teilnahme und das Verständnis für Corona bedingte Erschwernisse.

Die jetzige Schriftführerin Gaby Eckert sprach den Teilnehmern aus dem Herzen, als sie sich, auch im Namen der Vorstandschaft, bei Helga Echle über diese -ihre 5. Exkursion- bedankte.

Sie anerkannte vor allem die sehr gute Planung und Durchführung mit viel zusätzlichem Aufwand wegen Corona und bedauerte, dass es die letzte von ihr organisierte Exkursion sein soll.

 

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Gemeinsamer Wettbewerb der Geschichtsvereine Villingen und Schwenningen

Wettbewerb: Geschichtsvereine vereint ein Ziel

Villingen-Schwenningen.

Zwei Vereine – ein Ziel: der Schwenninger Heimatverein (SHV) und der Geschichts- und Heimatverein Villingen (GHV) wünschen sich frische Beiträge zur Stadtgeschichtsforschung und 50 Jahre nach der Städtefusion eine neue Sichtweise auf die gemeinsame Stadt. Deshalb schreiben sie einen Wett-bewerb für Schüler aus.

 

Welche Möglichkeiten haben junge Menschen seit 1972 ihre Freizeit zu gestalten? Wie veränderte sich seither die Parteienstruktur im Gemeinderat? Welche städtebaulichen Projekte wurden realisiert? Worin unterscheiden sich in 50 Jahren Arbeitsbiografien von Einheimischen und Zuwanderern mit und ohne Migrationshintergrund? "Diese und mehr Fragen dienen als Anregung für Ideen", sagen Annemarie Conradt-Mach und Rupert Kubon, beide Vorsitzende ihrer Geschichtsvereine.

 

Umgesetzt werden könne letztlich aber jede Idee. Bis 31. März, so der Wunsch, sollen 14- bis 21-Jährige Beiträge in Form von Referaten, Podcasts, Videos, Collagen oder Interviews mit Zeitzeugen einreichen. Weder den Themen als auch der Darstellungsweise seien Grenzen gesetzt, versichert Annemarie Conradt-Mach.

20 weiterführende Schulen zur Teilnahme aufgefordert

 

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Fotos und Artikel von Birgit Heinig

 

Uhrenzeitreise in Schwenningen

Unter der Leitung von Michael Kopp wandelten am 9.10.2020 20 Mitglieder des GHV auf den Spuren der Schwenninger Uhrenindustrie-geschichte . Michael Kopp überzeugte wie immer durch seine interessanten Ausführungen, die mit vielen Anekdoten gespickt waren.

Einen geselligen und sehr feinen Abschluss fand die Runde beim Schwenninger Traditionsessen "Knöpfle i de Brueh" im Gasthaus Fässle. 

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Bauhausexkursion nach Dessau

Jahreshauptversammlung 2020

Bauhauserbe in Villingen-Schwenningen

Genau zum richtigen Zeitpunkt konnte der Geschichts- und Heimatverein seinen Mitgliedern ein ganz besonderes Angebot machen. Unmittelbar vor seiner Wiedereröffnung mit Beginn des neuen Schuljahres und nach dem weitestgehenden Abschluss der um-fassenden Generalsanierung bestand die Möglichkeit, dieses wichtige seit 2006 unter Denkmalschutz stehende Gebäude in einer Führung neu kennenzulernen.

 

Die zwischen 1962 und 1965 errichtete Schule war eine der ersten durch vorgefertigte Betonelemente errichteten Schulbauten in Deutschland. In zweierlei Hinsicht konnte damit eine Bildungsanstalt errichtet werden, „die das Demokratieverständnis im Sinne einer… offenen Gesellschaft“ repräsentiert, so der verantwortliche Freiburger Denkmalpfleger Folkhard Cremer.

 

Die Bauweise bot einerseits die Möglichkeit in kurzer Zeit sehr wirtschaftlich ein großes Schulgebäude zu errichten und damit eine Antwort auf das breite Bedürfnis weiterführender Bildung zu geben, zum anderen wurde das lichtdurchflutete Gebäude mit seinem großzügigen offenen Atrium und seinen zum Austausch einladenden Verkehrsflächen Sinnbild einer Zeit, die sich bewusst gegen hierarchische Strukturen und Herrschaftsmodelle auflehnte. In der Architektur des Gymnasiums am Deutenberg wurde das bereits baulich vorweggenommen, was in der 68iger Bewegung und in den Bildungsreformen der siebziger Jahre inhaltlich umgesetzt wurde.

 

Die Besucher der Schule konnten sich von dieser Umsetzung demokratischen Bauens persönlich ein Bild machen. Die Herausforderung der Sanierung bestand deshalb auch in der Aufgabe, einerseits diesen Charakter zu bewahren, andererseits aber, etwa was das Thema Brandschutz oder thermische Ertüchtigung anbetrifft, Antworten zu finden, die in der Gegenwart Bestand haben.

 

Am Schluss waren die Teilnehmer davon überzeugt, dass genau das gelungen ist. Unter Führung von Herrn Herrmann vom Amt für Gebäudewirtschaft und Hochbau der Stadt Villingen-Schwenningen und dem Bauleiter des Architekturbüros Hotz, Herrn Scherlitz erkundeten die Besucher die neu gestalteten Klassenzimmer, Lehrerzimmer und Büros, die naturwissenschaftlichen Sonderräume und vor allem die runderneuerte Aula mit dem verbundenen Musiksaal. „Ich bin immer wieder begeistert, zu sehen wie Günter Behnisch die Ideen des Dessauer Bauhauses aufgegriffen und hier wunderbar weiterentwickelt hat“, entfuhr es einem sichtlich begeisterten Rupert Kubon.

 

Für viele Teilnehmer*innen war diese Führung gewissermaßen das Amuse-Gueule, der Appetithappen für die Exkursion des Vereins Mitte September nach Dessau, und es wurde vielen deutlich, „dass wir uns in Villingen Schwenningen nicht nur mit einer alten Bausubstanz, sondern auch mit dem, was unsere Väter und Großväter nach dem zweiten Weltkrieg in unserer Stadt an hochwertiger Architektur hinterlassen haben, nicht zu verstecken brauchen,, ,so ein beeindruckter Teilnehmer nach dem spannenden einstündigen Rundgang durch das neue und gar nicht alte Gymnasium am Deutenberg.

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Geschichts- und Heimatverein Villingen beginnt nach der Lockerung der Corona-Verbote mit einer „Stadtführung mit dem Fahrrad“

Nach ca. 5 Monaten Corona bedingter Veranstaltungspause hat der Geschichts- und Heimatverein Villingen sein Jahresprogramm 2020 fortgesetzt.

 

 Der Stadtführer Franz Kleinbölting führte die Gruppe im nördlichen Umfeld um Villingen herum und erklärte mit spannenden und interessanten Ausführungen viel Geschichte, die Landschaft und die Sehenswürdigkeiten der Stadt außerhalb der Stadtmauern. Die Abstandsregel einzuhalten war für die Radfahrer kein Problem

 

Die Tour begann am Riettor, führte nach Westen und endete am Landratsamt im Osten. Stationen mit interessanten Informationen waren: das Hubenloch mit der ersten Heilquelle Villingens, das Hollerithgebäude (Gasthaus Engel), der Westbahnhof, Rote Gasse mit dem Hinweis auf den Weg nach Freiburg. Es folgten die Richtstätte beim Hochgericht, das Heilig-Geist-Spital, die Lorettokapelle, Volkertsweiler, Oberförster-Ganter-Denkmal mit Infos zum Stadtwald, zu Unterkirnach, zur Ruine Kirneck und zur Keltensiedlung am Kapf.

Weiter ging es über die Feldner Mühle zur Hammerkapelle und dem Kurgarten.. Die Teilnehmer radelten dann mit Blick auf die Schwarzwaldbahn durch das Kurgebiet, nach Vockenhausen, Guggenbühl, Nordstetten, ehem Jakobuskapelle, Heilig-Kreuz-Kirche, Rosswette und zurück zum Landratsamt und der ehem. Bickenkapelle.

Zum Abschluss bedankte sich Schatzmeister Werner Blum mit großem Lob der Teilnehmer für diese Radtour mit den vielen kurzweiligen und lehrreichen Informationen bei Franz Kleinbölting.

 

Werner Echle

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Ein Gelübde und eine Wallfahrt in schwierigen Zeiten

 Wenn nicht jetzt, wann dann? Einer der Teilnehmer an der Wanderung auf den Dreifaltigkeitsberg brachte es auf den Punkt.

Gemeinsam organisiert vom Geschichts- und Heimatverein Villingen und der Münstergemeinde pilgerten am Montag 25 Menschen vom Villinger Bahnhof aus zu Fuß auf den Dreifaltigkeitsberg.

Die Wanderung geht zurück auf ein Gelübde, welches die Villinger 1765 besiegelten, als sie nach einer gut verlaufenen Viehseuche ein Gnadenbild in die Klosterkirche auf diesem markanten Berg bei Spaichingen brachten, verbunden mit dem Versprechen, jährlich wenigstens einmal dort hin zu pilgern. Seither wird dieser Gelübde umgesetzt, und auch in diesem Jahr machte sich nachts um 2:00 Uhr eine Gruppe auf den Weg, um erschöpft aber glücklich um 10:30 dort einen Gottesdienst in der Klosterkirche zu feiern.

 

Dekan Josef Fischer war eigens in der Nacht zu der Gruppe gestoßen um ihr den Pilgersegen zu spenden. Dass die Teilnehmer in diesem Jahr einen Sicherheitsabstand voneinander einhalten mussten, konnte das spirituelle Erlebnis Vieler nicht schmälern. Im Gegenteil, sie nutzten die besonderen Umstände, um erstmals dieses Erlebnis mit anderen zu teilen. Dabei sind die gut dreißig Kilometer bis zum Ziel keineswegs ein Spaziergang. Im Gegenteil, der nächtliche Aufbruch und vor allem die letzten eineinhalb Kilometer, in denen auf dem Weg von Spaichingen auf den Berg am Albtrauf mehr als 300 Höhenmeter überwunden werden müssen, fordern von den Wanderern, denen ja bereits der größte Teil des Fußmarsches in den Knochen steckt einige Kondition.

 

Dennoch wer einmal die Tortur (und den oft folgenden Muskelkater) glücklich überstanden hat will oft im Folgejahr wieder mit dabei sein. „Es ist ja auch ein besonderes spirituelles Erlebnis“, berichtet der GHV-Vorsitzende Rupert Kubon, der in diesem Jahr erstmals die Tour organisierte. Das Schwenninger Moos bei Nacht, der Sonnenaufgang über der Alb, das sind Augenblicke die viele nicht missen wollen. „Ich hoffe, dass im kommenden Jahr wieder alle mitkommen können, die wollen“, meint Kubon, der Corona bedingt dieses Jahr Einigen absagen musste, da nur 25 wandernde Teilnehmende möglich waren. Der Termin für die Wanderung im Jahr 2021 steht übrigens fest. Start ist an der ehemaligen Bickenkapelle am Fuß der Villinger Schneckenbrücke ist am 31. Mai um 2:00 Uhr.

Führung durch die Ausstellung "De Narro un si Bagasch" mit Dr. Anitag Auer

GHV-Besuch bei IMS Gear Villingen

Fotos: IMS Gear

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Bildergalerie vom Besinnlichen Abend 2019 im Fürstenbergsaal der Zehntscheuer

Podiumsdisskussion Thema Heimat

Eindrücke von der öffentlichen Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Südkurier und der Sparkasse Schwarzwald-Baar mit Landtagspräsidentin Muhterem Aras, Prof. Dr. Werner Mezger, Florian Klausmann, Frau Dr. Adisa Kuršumović, Norbert Trippl (Südkurier),

Dr. Rupert Kubon (GHV) 

 

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Besuch Campus Galli Meßkirch

Geschichte findet in der Heimat der Menschen statt

Foto: Jochen Hahne Südkurier
Foto: Jochen Hahne Südkurier

Geschichtsverein seit fünfzig Jahren sehr aktiv

Zur aktuellen Bedeutung von Heimatgeschichte

Wie sich Alt-Ob Rupert Kubon dazu positioniert

 

Von Norbert Trippl

 

VS-Villingen – Wer sich noch an seinen Geschichtsunterricht erinnern kann, dem fallen vielleicht noch ein paar alte Daten aus seiner Jugend ein, der Thesenanschlag Martin Luthers 1517 oder der erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 . Aber wer während seines Urlaubs in der Türkei, in Griechenland, in Italien ein paar beeindruckende Tempelruinen und ganz in der Nähe die Pfahlbauten am Bodensee oder die Vogtsbauernhöfe besucht hat, möchte vielleicht doch etwas mehr wissen als das, was die mitunter dürftigen Erläuterungen hergeben. Nicht selten ärgert man sich, die Zusammenhänge nicht zu kennen, gerade dann, wenn die Besuche Eindrücke hinterlassen, die nachhaltiger waren als so manche Geschichtsstunde in der eigenen Jugend. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Geschichte, ereignet sich immer an ganz konkreten Orten. Geschichte ist nicht virtuell, sondern ganz konkret.

Geschichte ereignet sich dort wo Menschen in Gemeinschaften mit Anderen zusammenleben, wo sie Konflikte austragen und Lösungen für gemeinsame Probleme finden. Gleichzeitig sind die Orte an denen dies stattfindet immer auch Heimatorte für Menschen. Immer wird aus dem Zusammenwirken dieser vielen einzelnen Geschichten Geschichte und Geschichtsschreibung. Historiker, also Geschichtswissenschaftler, sammeln Geschichten und stellen sie in Zusammenhänge. Doch damit das möglich wird, kommt es auf die konkrete Geschichte vor Ort an. Deshalb ist Heimatgeschichte so wichtig. Deshalb sieht sich der Geschichts- und Heimatverein Villingen mit seinen über 500 Mitgliedern hier in einer sehr wichtigen Aufgabe. Unter anderem 120 mehrtägige Exkursionen und 700 Vorträge, ganz überwiegend von Mitgliedern organisiert und durchgeführt, in den letzten 50 Jahren belegen, dass hier auch viel persönliches Engagement am Werk ist.

Die vielen Heimatforscher, die in den vergangenen fünfzig Jahren mit großem Fleiß ihren Beitrag zur Villinger Geschichtsschreibung geleistet haben, versuchten immer auch aufzuzeigen, wo die lokale Geschichte in größere Zusammenhänge und Prozesse eingebunden ist.

Der neue Vorsitzende des Vereins, Rupert Kubon, hat sich auf die Fahnen geschrieben, mehr Menschen von der Bedeutung der Heimatgeschichte zu begeistern: „Um sich mit Heimatgeschichte zu befassen, braucht es zunächst keine besonderen Vorkenntnisse. Wer Heimatgeschichte betreibt, sollte lediglich Interesse am Suchen und die Bereitschaft mitbringen, Dinge wahrzunehmen, die nicht sofort mit meinen aktuellen Denkmustern übereinstimmen.“, meint der Alt-OB und studierte Historiker, der damit versucht, den Menschen die Hemmschwelle vor einer Beschäftigung mit Heimatgeschichte zu nehmen. „Vielleicht beginnt man einfach einmal damit alte Zeitungen durchzublättern und zu lesen. Ein Ansatzpunkt kann die Ausgabe des eigenen Geburtsdatums sein. Wenn diese Lektüre Neugier weckt, ist der erste Schritt auf dem Weg zur Heimatforscherin oder zum Heimatforscher bereits getan.“ Auch der Südkurier bietet dazu gerne die Möglichkeit.

Wer dann auf Fragen stößt, die sich aus der Lektüre ergeben haben, kann an den zweiten Schritt gehen. Man kann beispielsweise im Stadtarchiv Villingen-Schwenningen andere alte Dokumente, sogenannte Quellen, suchen. Das können so unterschiedliche Dinge sein, wie die Protokolle von Ratssitzungen oder historische Wetterberichte. Vielleicht finden sich ja auch alte Bilder oder Fotografien. Der letzte Schritt besteht darin, das, was man herausgefunden hat, zu Papier zu bringen, und vielleicht sogar zu veröffentlichen.

Kubon wirbt dafür, sich einmal das Jahresheft des Geschichts- und Heimatvereins anzusehen. Es ist online unter https://www.ghv-villingen.de/schriften/ zugänglich und bietet im Archiv über Stichworte einen hervorragenden Zugang zu fünfzig Jahren Heimatgeschichtsschreibung über Villingen.

Besonders spannend wird Heimatgeschichte dort, wo sie auf andere „Heimatgeschichten“ trifft. Bei der Begegnung mit Zuwanderern in unsere Stadt finden unterschiedlichen Geschichten zueinander, lauter Heimatgeschichten. Das war übrigens schon in früheren Jahren so. Die Geschichte der Schwarzwaldbahn ist auch eine Geschichte der Begegnung unterschiedlichster Heimatgeschichten. Schon damals waren zahlreiche italienische „Gastarbeiter“ im Einsatz und halfen mit, dieses wichtige Infrastrukturvorhaben zu verwirklichen. Bis heute lässt sich dies an Worten, die in unsere Alltagssprache Eingang gefunden haben ablesen. Der Fastnachtsverein der Villinger Fazenedle etwa greift das italienische Wort Fazzoletto, Taschentuch, auf und gestaltet daraus sogar sein Häs aus lauter bunten kleinen Taschentüchern. Das italienische Wort fand dank der italienischen Zuwanderer Eingang in unseren heimatlichen Wortschatz.

Dieses Beispiel zeigt, dass Heimat sich fortlaufend verändert. Entsprechend bleibt auch Heimatgeschichte spannend. Der Geschichts- und Heimatverein Villingen lädt deshalb in seinem Jubiläumsjahr dazu ein, sich mit Heimatgeschichte zu beschäftigen, neue Mitglieder sind willkommen und finden Unterstützung, wenn Sie sich auf die Suche nach Heimatgeschichten machen. Am 24. Oktober findet dazu gemeinsam mit dem SÜDKURIER und der Sparkasse Schwarzwald-Baar in der Neuen Tonhalle eine Podiumsdiskussion mit Landtagspräsidentin Muhterem Aras und dem Kulturwissenschaftler und Fastnachts-Forscher Werner Mezger statt.

 

 

Jahresrückblick 2021

Exkursion nach Regensburg

Die Gruppe des GHV auf den Stufen des Regensburger Doms. Fotos: Werner Echle
Die Gruppe des GHV auf den Stufen des Regensburger Doms. Fotos: Werner Echle

 

Helga Echle hatte 2020 bei ihrer Verabschiedung als Schriftführerin des GHV den Mitgliedern versprochen, die 2020 geplante Exkursion nach Regensburg, die wegen Corona abgesagt werden musste, auf jeden Fall noch durchzuführen.

Anfang September war es endlich soweit, dass die Corona-Vorschriften die Erfüllung dieses Versprechens unter zum Teil immer noch erschwerten Bedingungen ermöglichten.

Bei einer Stadtführung lernten die 40 Teilnehmer am ersten Tag die zum UNESCO-Welterbe gehörende, weitgehend erhaltene Regensburger Altstadt mit ihren historischen Ensembles und Baudenkmälern wie z.B. dem Dom St. Peter und der weltberühmten steinernen Brücke kennen.

Der Regensburger Dom -neben dem Kölner Dom eine der bedeutendsten Kathedralen in Deutschland- mit der imposanten „hängenden Orgel“ wurde mit fachkundigen Führerinnen besichtigt.

Am 2. Tag wurde das ehemalige Benediktinerkloster St. Emmeram besucht. Als eines der bedeutendsten Klöster, wurde es  auch das „Nationalheiligtum“ des früheren Bayern genannt. Bei einer Führung im heutigen fürstlichen Schloss und Kloster Thurn und Taxis erfuhr die Gruppe viel über die für Bayern und Deutschland wichtige Geschichte und über die Familie Thurn und Taxis.

Sehr beeindruckend war die Besichtigung der Basilika die von den Brüdern Asam im 18. JH in einen festlich umgestalteten Thronsaal Gottes umgewandelt wurde.

Am 3. Tag bot das Programm eine spannende und lehrreiche Schifffahrt von Kelheim durch die Weltenburger Enge (Donaudurchbruch) zur Benediktinerabtei Kloster Weltenburg. In der Klosterkirche St. Georg, einer der wichtigsten Sakralbauten des Barock in Europa, war wieder die künstlerische Handschrift der Brüder Asam zu erkennen.

Die Heimfahrt führte den GHV zunächst nach Rohr in die Benediktinerabtei mit einer 1717 – 1723 erbauten prachtvollen Klosterkirche, die ebenfalls den Gebrüdern Asam zu verdanken ist. Beeindruckend ist vor allem der Hochaltar mit der scheinbar freischwebenden, nur von Engeln getragenen Himmelfahrt Marias.

Mit viel neuem geschichtlichen Wissen und frischen Eindrücken über Regensburg machten sich die Teilnehmer auf die Heimfahrt. Die Exkursionsleiterin bedankte sich bei den teilweise sehr treuen Mitreisenden über deren Teilnahme und das Verständnis für Corona bedingte Erschwernisse.

Die jetzige Schriftführerin Gaby Eckert sprach den Teilnehmern aus dem Herzen, als sie sich, auch im Namen der Vorstandschaft, bei Helga Echle über diese -ihre 5. Exkursion- bedankte.

Sie anerkannte vor allem die sehr gute Planung und Durchführung mit viel zusätzlichem Aufwand wegen Corona und bedauerte, dass es die letzte von ihr organisierte Exkursion sein soll.

 

Gemeinsamer Wettbewerb der Geschichtsvereine Villingen und Schwenningen

Wettbewerb: Geschichtsvereine vereint ein Ziel

Villingen-Schwenningen.

Zwei Vereine – ein Ziel: der Schwenninger Heimatverein (SHV) und der Geschichts- und Heimatverein Villingen (GHV) wünschen sich frische Beiträge zur Stadtgeschichtsforschung und 50 Jahre nach der Städtefusion eine neue Sichtweise auf die gemeinsame Stadt. Deshalb schreiben sie einen Wett-bewerb für Schüler aus.

 

Welche Möglichkeiten haben junge Menschen seit 1972 ihre Freizeit zu gestalten? Wie veränderte sich seither die Parteienstruktur im Gemeinderat? Welche städtebaulichen Projekte wurden realisiert? Worin unterscheiden sich in 50 Jahren Arbeitsbiografien von Einheimischen und Zuwanderern mit und ohne Migrationshintergrund? "Diese und mehr Fragen dienen als Anregung für Ideen", sagen Annemarie Conradt-Mach und Rupert Kubon, beide Vorsitzende ihrer Geschichtsvereine.

 

Umgesetzt werden könne letztlich aber jede Idee. Bis 31. März, so der Wunsch, sollen 14- bis 21-Jährige Beiträge in Form von Referaten, Podcasts, Videos, Collagen oder Interviews mit Zeitzeugen einreichen. Weder den Themen als auch der Darstellungsweise seien Grenzen gesetzt, versichert Annemarie Conradt-Mach.

20 weiterführende Schulen zur Teilnahme aufgefordert

 

mehr lesen unter: Schwarzwälder Bote

 

Fotos und Artikel von Birgit Heinig